Kurz gesagt: In der dunklen Jahreszeit helfen vor allem einfache Dinge: Türen immer abschließen, Fenster und Terrassentüren schließen statt kippen, Licht per Zeitschaltuhr oder Bewegungsmelder, keine Abwesenheitshinweise in sozialen Netzwerken und aufmerksame Nachbarn. Fast die Hälfte aller Einbrüche blieb 2025 im Versuch stecken. Wertsachen verteilen Sie auf unauffällige Verstecke, Unersetzliches gehört ins Bankschließfach.
Aktualisiert am: Oktober 2026 · Autor: Elder Welder Team
Seit der Zeitumstellung am 25. Oktober ist es um 17 Uhr fast dunkel. Wer abends nach Hause kommt, sieht schon von der Straße, welche Wohnungen leer sind. Diese Checkliste fasst zusammen, was Polizei und Versicherer empfehlen – ohne Panik, dafür mit konkreten Handgriffen.
Wann ist Einbruchsaison?
Als Einbruchsaison gilt die dunkle Jahreszeit, in der es früh dunkel wird und Wohnungen am Abend länger leer und unbeleuchtet sind. Die Polizei legt den bundesweiten Tag des Einbruchschutzes deshalb jedes Jahr auf den Tag der Zeitumstellung, 2026 auf den 25. Oktober, unter dem Motto „Eine Stunde mehr für Sicherheit“. 2025 hat die Polizei laut PKS 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich Versuchen erfasst.
Brechen Einbrecher nachts oder tagsüber ein?
Häufig tagsüber und am frühen Abend, wenn niemand zu Hause ist. Laut polizei-beratung.de gingen 2025 31.332 Fälle, also 37,8 % aller Wohnungseinbrüche auf das Konto von Tageswohnungseinbrechern. In der dunklen Jahreszeit verschiebt sich die Dämmerung in die Zeit, in der viele noch bei der Arbeit oder unterwegs sind. Eine dunkle Wohnung um 18 Uhr signalisiert: Hier ist gerade niemand.
Wie kommen Einbrecher in die Wohnung?
Meist über leicht erreichbare Fenster sowie Wohnungs-, Balkon- und Terrassentüren, oft mit einfachem Hebelwerkzeug. Die Polizei formuliert es knapp: „Gekippte Fenster sind offene Fenster.“ Gleichzeitig ist das die gute Nachricht: 2025 blieben 44,9 % der Einbrüche im Versuch stecken. Der GDV schreibt dazu, dass dies häufig daran liegt, dass die Sicherungstechnik standhält.
Was gehört auf die Checkliste für dunkle Abende?
Zwölf Punkte, sortiert von „heute Abend erledigt“ bis „einmal einplanen“:
Sofort, ohne Kosten
- 1. Tür immer abschließen, auch wenn Sie nur kurz zum Bäcker oder zum Nachbarn gehen. Ins Schloss gezogen ist nicht abgeschlossen.
- 2. Fenster, Balkon- und Terrassentüren schließen, nicht kippen – auch im Obergeschoss und am Kellerfenster.
- 3. Keinen Schlüssel draußen verstecken. Fußmatte, Blumentopf und Regenrinne kennen Einbrecher. Geht ein Schlüssel verloren, lassen Sie den Schließzylinder tauschen.
- 4. Keine Abwesenheitshinweise in sozialen Netzwerken oder auf dem Anrufbeantworter.
- 5. Mit den Nachbarn sprechen: Kontaktdaten austauschen und bei Abwesenheit den Briefkasten leeren lassen. Wer Verdächtiges beobachtet, ruft die 110.
Mit wenig Aufwand
- 6. Licht per Zeitschaltuhr in zwei, drei Räumen zu unterschiedlichen Zeiten. Smarte Steckdosen oder Lampen können das mit Zufallsmodus.
- 7. Bewegungsmelder mit Licht am Eingang, an der Terrasse und an Nebeneingängen.
- 8. Rollläden nicht tagsüber geschlossen lassen. Elektrische Rollläden lassen sich per Zeitsteuerung programmieren, sonst helfen Nachbarn.
- 9. Aufstiegshilfen wegräumen: Leitern, Mülltonnen und Gartenmöbel nicht unter Fenstern oder am Balkon stehen lassen.
Einmal einplanen
- 10. Mechanik nachrüsten: abschließbare Fenstergriffe, zusätzliche Verriegelungen an Balkon- und Terrassentüren. Lassen Sie sich vorher kostenlos und neutral von der (kriminal-)polizeilichen Beratungsstelle beraten.
- 11. Wertsachen verteilen und verstecken: nicht alles ins Schlafzimmer, Unersetzliches ins Bankschließfach, für den Alltag zwei bis drei unauffällige Verstecke. Ideen finden Sie im Ratgeber Wertsachen zu Hause verstecken.
- 12. Wertgegenstandsliste und Police prüfen: Fotos und Seriennummern notieren und nachsehen, bis zu welcher Grenze Ihre Hausratversicherung Bargeld und Schmuck ersetzt.
Welche Maßnahme bringt wie viel?
| Maßnahme | Aufwand | Kosten | Wirkt gegen |
|---|---|---|---|
| Abschließen, Fenster schließen | Sekunden | Keine | Schnellen Einstieg ohne Werkzeug |
| Zeitschaltuhr, Bewegungsmelder | Unter einer Stunde | Gering | Den Eindruck einer leeren Wohnung |
| Nachbarschaft | Ein Gespräch | Keine | Unbemerktes Ausspähen |
| Abschließbare Griffe, Zusatzverriegelung | Einmalig, ggf. Fachbetrieb | Mittel | Aufhebeln von Fenstern und Türen |
| Verstecke für Wertsachen | Einmalig | Gering bis mittel | Schnelle Suche, wenn jemand drin ist |
| Bankschließfach | Einmalig | Laufende Gebühr | Verlust von Unersetzlichem |
Hilft Licht gegen Einbrecher?
Licht allein hält niemanden auf, aber es nimmt Einbrechern den Vorteil der Dunkelheit. Der GDV nennt Bewegungsmelder mit passender Beleuchtung im Eingangsbereich und Zeitschaltuhren für Licht bei Abwesenheit ausdrücklich als sinnvolle Maßnahmen. Wichtig ist ein natürliches Muster: nicht jeden Abend exakt um 18:00 Uhr dasselbe Licht, sondern wechselnde Zeiten und Räume. Dauerlicht im Flur wirkt eher wie ein Hinweis auf eine leere Wohnung.
Wohin mit Bargeld und Schmuck an dunklen Abenden?
Nicht ins Schlafzimmer, nicht in die Schmuckschatulle und nicht in einen losen Tresor, der sich forttragen lässt. Die Polizei rät im Faltblatt „Ungebetene Gäste“ zu einem versteckten, fest verankerten Wertbehältnis und zum Bankschließfach für Wichtiges. Für Dinge, die Sie im Alltag brauchen, eignen sich Verstecke, die wie ein normaler Teil der Wohnung aussehen:
- ein Steckdosentresor für gerolltes Bargeld, Ringe oder einen Ersatzschlüssel,
- der Lüftungsgitter-Tresor (fast 5 Liter, Zahlenschloss) für Pässe und Dokumente,
- ein Wandregal mit Geheimfach für flache Dinge, ohne Stemmarbeiten. Worauf es beim Kauf ankommt, steht in unserer Kaufberatung.
Was tun, wenn doch eingebrochen wurde?
Ruhe bewahren und nichts verändern. Die Polizei rät auf ihrer Seite für Betroffene:
- Bei akuter Bedrohung sofort die 110 wählen und die Wohnung nicht betreten, wenn jemand noch drin sein könnte.
- Nicht aufräumen und möglichst nichts anfassen, damit Spuren erhalten bleiben.
- Anzeige erstatten und eine möglichst genaue Liste der gestohlenen Gegenstände erstellen, mit Kaufbelegen und Gerätenummern.
- Zahlungskarten und Smartphones über den Sperrnotruf 116 116 sperren lassen.
- Wurden Schlüssel gestohlen, die Schließzylinder tauschen lassen.
- Die Hausratversicherung informieren.
Hier zahlt sich Punkt 12 der Checkliste aus: Wer vorher eine Wertgegenstandsliste mit Fotos angelegt hat, muss nach dem Schreck nicht aus dem Gedächtnis rekonstruieren, was fehlt.
Was ein Versteck kann – und was nicht
Ein Versteck schützt durch Unauffälligkeit: Wer schnell sucht, übersieht es oft, und Sie kommen jederzeit an Ihre Sachen. Es ist aber kein zertifizierter Tresor, nicht feuer- oder wasserfest und für die Hausratversicherung in der Regel kein Wertschutzschrank. Wer viel Zeit, Werkzeug oder Insiderwissen hat, kann jedes Versteck finden. Ein Versteck ersetzt keine gesicherten Türen und Fenster – es ist die letzte Ebene, wenn alle anderen versagt haben.
Häufige Fragen
Wann ist Einbruchsaison in Deutschland?
In der dunklen Jahreszeit, wenn es früh dunkel wird. Die Polizei legt den Tag des Einbruchschutzes jedes Jahr auf die Zeitumstellung Ende Oktober, 2026 auf den 25. Oktober.
Wann wird am häufigsten eingebrochen?
Häufig tagsüber und am frühen Abend, wenn niemand zu Hause ist. 2025 entfielen laut Polizei 37,8 % aller Wohnungseinbrüche auf Tageswohnungseinbrüche.
Soll man abends Licht brennen lassen, wenn man weg ist?
Ja, aber mit Zeitschaltuhr und wechselnden Zeiten in mehreren Räumen. Dauerlicht im selben Raum wirkt schnell unnatürlich. Außen helfen Bewegungsmelder mit Licht am Eingang.
Sind gekippte Fenster versichert?
Das regelt Ihre Police. Für die Polizei ist die Sache klar: „Gekippte Fenster sind offene Fenster.“ Schließen Sie Fenster deshalb immer ganz, bevor Sie die Wohnung verlassen, und prüfen Sie im Zweifel Ihre Hausratbedingungen.
Wo bekomme ich eine kostenlose Beratung zum Einbruchschutz?
Bei den (kriminal-)polizeilichen Beratungsstellen. Dort beraten Fachleute laut Polizei kostenlos und neutral über Sicherungsmaßnahmen, die für Ihre Wohnung sinnvoll sind.
Quellen
- Polizeiliche Kriminalprävention: Tag des Einbruchschutzes 2026 (PKS 2025, Beratungsstellen)
- polizei-beratung.de: Einbruchsdiebstahl (Tageswohnungseinbruch 2025, Tipps)
- polizei-beratung.de: Einbruch – Verhaltenstipps
- polizei-beratung.de: Informationen für Betroffene eines Einbruchs
- polizei-beratung.de: Aufmerksame Nachbarschaft erhöht die Sicherheit (2026)
- GDV: Wohnungseinbrüche – Schäden steigen auf 380 Millionen Euro (21.04.2026)
- Polizeiliche Kriminalprävention: Faltblatt „Ungebetene Gäste“
Über den Autor: Das Elder Welder Team entwickelt Verstecke für Wertsachen, die im Alltag wie ganz normale Steckdosen, Lüftungsgitter oder Möbel aussehen. In unserem Ratgeber schreiben wir, was ein Versteck leisten kann und wo seine Grenzen liegen.



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